Unwiderstehlich kommunizieren und damit die Welt erobern

Unwiderstehlich kommunizieren und damit die Welt erobern

Birgit Gatter ist Expertin für eine charmante und unwiderstehliche Kommunikation. Seit über 20 Jahren unterstützt sie erfolgreiche Menschen, gelassener und authentischer zu kommunizieren, damit sie ihre Ziele mit mehr Freude und Leichtigkeit erreichen. Sie hat zwei Kinder (15 und 17) und lebt in der Nähe von Wien.

Liebe Birgit, im Berufsleben und auch privat gibt es gerade als Mama viele Situationen, in denen man für den eigenen Erfolg kämpfen muss. Jedenfalls empfinden es viele so und sind sofort auf Angriff oder Verteidigung gepolt. Seien es die wichtigen Meetings, die komischerweise immer nach 16 Uhr veranschlagt werden, die Aufnahme in ein Führungskräfteprogramm, Gehaltsgespräche oder auch die Verhandlungen um die Arbeitsverteilung mit dem Partner.

Wie schafft man es, in diesen wichtigen Gesprächen erfolgreich „seinen Mann zu stehen“ und dabei auch noch charmant zu wirken?

Portrait BirgitBirgit: Als Frau streiche ich sofort den Ausdruck „seinen Mann stehen“. 😉

Das allerwichtigste ist die Einstellung: Muss ich mich angegriffen fühlen, mich ärgern? Tut es mir gut, wenn ich immer von „Bösartigkeit“ und Absicht bei den anderen ausgehe? (auch wenn es so sein mag).

Probier einmal folgendes: konzentriere Dich nur auf den Sachinhalt und auf Dein Ziel.

Beispiel 1: Meeting, das immer nach 16h anberaumt wird

 
Schritt 1:

Überleg zuerst: Ist es wirklich ein persönlicher Angriff gegen Dich? Können andere Gründe für diesen Termin sprechen? Ist der Termin nur aus Gedankenlosigkeit entstanden? Hast Du in der Vergangenheit immer alles möglich gemacht und ist es daher gar nicht aufgefallen, dass der Termin für Dich mehr als ungünstig ist?

Schritt 2:

Dein Ziel ist es, dass Du dabei sein willst, ohne von Deiner Zeitregelung abzukommen. Besprich es mit Deinem Vorgesetzten.

Erkläre Deine Situation und gehe immer davon aus, dass Ihr eine Lösung finden werdet. (Diese Einstellung strahlst du auch aus!)

Das kann z.B. so lauten: Herr Maier, ich habe gesehen, dass unser Abteilungsmeeting für Mittwoch 16h30 anberaumt ist. Dieser Termin liegt außerhalb meiner Arbeitszeit. Diese Meetings sind für die effiziente Zusammenarbeit und den Austausch mit den Kollegen extrem wichtig. Welche anderen Möglichkeiten gibt es für den Termin?

Beispiel 2: Du wirst beim Führungskräfteprogrammen übergangen

 
Ist es wirklich persönlich oder hat Dein Vorgesetzter bereits mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Frauen mit kleinen Kindern kein Interesse an diesen Programmen haben, da sie mit einem gehörigen Mehraufwand verbunden sind? (bzw. es ist seine Überzeugung)

Sprich die Befürchtung, die Dein Vorgesetzter haben kann, an. Sie ist sowieso in seinem Kopf und so kannst du sie auflösen. Außerdem zeigst Du damit, dass Du Dich wirklich damit auseinandergesetzt hast und es Dir absolut ernst ist.

Eine mögliche Vorgehensweise ist (natürlich, ist es erforderlich, dass du die objektiven Kriterien deiner Firma erfüllst): Herr Maier, nächsten Monat startet wieder das Führungskräfteprogramm und ich möchte gern teilnehmen. Ich weiß, dass bei Müttern mit kleinen Kindern oft die Befürchtung im Raum steht, dass sie das nicht „packen“. Deshalb habe ich bereits mit meinem Umfeld gesprochen und einen Plan für mich, wie ich es schaffe, weil es mir wirklich sehr wichtig ist.

Beispiel 3: Die Arbeitsaufteilung mit dem Partner

 
Viele Männer haben nach wie vor den Glauben, dass wenn ihre Frau Teilzeit arbeitet, der Nachmittag das reinste Vergnügen ist und sie eh Unmengen Freizeit hat.

Ich lache heute noch, wenn ich mich an die Aussage meines Exmannes erinnere, als er erstmals wirklich einen ganzen Tag „Kinderdienst“ hatte. Unsere Kinder waren damals 1 und 3 Jahre alt, ich hatte Seminar und kurzfristig war die von mir organisierte Kinderbetreuung ausgefallen. Am nächsten Tag sagte er „Bin ich froh, dass ich heute wieder arbeite gehen darf, das ist die reinste Erholung.“ Ab diesem Zeitpunkt war ihm wirklich bewusst, was es bedeutet 2 Kinder zu haben, obwohl er weder gekocht (als brave Ehefrau und Mutter hatte ich natürlich vorgekocht), noch eingekauft, Wäsche gewaschen oder sonstiges hatte.

Bei dem Gespräch um die Arbeitsaufteilung geht es vor allem um eine Bewusstmachung. Auch, welchen Stress es bedeutet, Dinge in der Arbeit nicht fertig machen zu können, weil Du Dein Kind abholen musst. Das Gefühl, es niemanden Recht machen zu können. Gib Deinem Partner Einblicke in Deine Gefühlswelt.

Und ganz gleich bei welchem Gespräch, Du erreichst viel mehr, wenn du gelassen und freundlich bist. Du wirkst souveräner. Achte deshalb auch darauf, wann Du so ein Gespräch führen willst/kannst.

Eine Deiner Erfolgs-Techniken ist die mentale Gesprächsvorbereitung. Worum geht es dabei?

Birgit: Wenn Du bei bestimmten Gesprächsarten bzw. Gesprächspartnern immer ein ungutes Gefühl hast, wie z.B. Ärger, Unterlegenheit, Unsicherheit, … probier einmal folgende Übung aus. (Ich beschreibe sie auch im kostenlosen Kommunikationskurs, den Du Dir auf www.birgitgatter.com holen kannst.)

Nehmen wir das Gespräch aus dem Beispiel oben. Du ärgerst dich, weil das Meeting schon wieder für 16h30 angesetzt worden ist, gleichzeitig fühlst Du Dich durch Deine Teilzeitstelle in einer schwachen Position.

Du willst Deinen Chef darauf ansprechen. Wenn Du an dieses Gespräch denkst, welche Gefühle kommen da hoch? Ist es Ärger? Ist es Angst, wie er reagieren wird? Unsicherheit, das bekannte „flaue Gefühl“ im Magen, die Überlegung „kann ich mir das als Mutter, die manchmal kurzfristig Pflegeurlaub braucht, erlauben“ … ?

Schreib Dir einmal alle Gefühle auf, die Du in diesem Zusammenhang hast. Leg den Zettel auf den Boden und stell Dich drauf und dann geh genau in diese Situation mit allen negativen Gefühlen. Wenn du so richtig die zittrigen Hände, das Herzklopfen und leichte Übelkeit spürst, dann steig vom Zettel runter.

Jetzt überleg, wie Du Dich fühlen willst. Das kann sein selbstsicher, souverän, locker, entspannt, humorvoll, überzeugend, kompetent …

Schreib es auf und stell Dich auf diesen Zettel. Wichtig ist, dass Du jetzt wirklich in dieses positive Gefühl gehst, stell Dir vor, Du bist gerade im Gespräch und Du fühlst Dich selbstsicher, locker, souverän …

Genieße dieses Gefühl!

Viele Frauen sagen viel zu selten „Nein“ und überschreiten dabei ständig ihre eigenen Grenzen. Warum fällt das so schwer und wie kann man es schaffen, dem Gegenüber seinen Wunsch so abzuschlagen, dass trotzdem beide als Gewinner hervor gehen?

Birgit: Zu dieser Frage habe ich letzte Woche ein pdf mit 3 Nein-Strategien herausgegeben. Du kannst es Dir hier kostenlos anfordern.

Die meisten meiden das „Nein“ weil sie niemanden vor den Kopf stoßen wollen, beliebt sein wollen.

Wer nie „Nein“ sagt, verliert irgendwann den Respekt der anderen.
Denn von „everybody´s darling“ zu „everybody´s depp“ ist es nicht weit.
Birgit Gatter

Eine der Möglichkeiten, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht haben, ist folgendes 3 Schritt-Programm:

  • Ich zeige Verständnis für die Situation des anderen
  • Ich erkläre meine Situation
  • Ich gebe eine positive Perspektive oder Motivation

Z.B. wenn es um die Kinderbetreuung geht. Ihr habt z.B. vereinbart, dass sich Dein Partner jeden Mittwochnachmittag  um die Kinder kümmert. Am Dienstag fragt er, ob nicht doch Du den morgigen Nachmittag übernehmen kannst, denn er hat gerade so viel zu tun.

„Ich hab schon bemerkt, dass Du derzeit ziemlich unter Strom stehst. Derzeit arbeite ich an einem größeren Projekt und habe den morgigen Nachmittag fix eingeplant, sonst habe ich keine Chance fertigzuwerden. Ich werde schauen, dass ich bis 18 Uhr zu Hause bin, dann kannst du den Abend noch nutzen.“ (oder „Reden wir das nächste Mal früher darüber, dann ist es einfacher eine Lösung zu finden.“)

Hast Du eine Frage an Birgit oder hast Du selbst noch mehr tolle Tipps? Dann freuen wir uns über Deinen Kommentar! Möchtest Du mehr Interviews wie dieses hier, dann kannst Du Dich hier anmelden für:

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